Energiemanagementsystem (EMS)
Ein EMS misst, steuert und optimiert Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Energie in einem Betrieb.
EMS: Definition
Ein Energiemanagementsystem (EMS) ist die Steuerungsebene einer Energieanlage. Es erfasst Messwerte, trifft Entscheidungen in Echtzeit und steuert Erzeuger, Speicher und Verbraucher so, dass technische Grenzen eingehalten und Kosten minimiert werden.
Funktionsprinzip
1. Messen: Netzanschluss, Erzeugung (PV, BHKW), Speicherzustand und relevante Lasten werden sekündlich erfasst.
2. Bewerten: Das EMS vergleicht Ist-Werte mit Zielgrößen wie Lastspitzengrenze, Ladezustand oder Strompreissignal.
3. Steuern: Wechselrichter, Speicher und schaltbare Verbraucher erhalten Sollwerte – typischerweise im Sekundentakt.
4. Dokumentieren: Lastgänge, Eingriffe und Erträge werden protokolliert und ausgewertet.
Typische Funktionen
| Funktion | Nutzen |
|---|---|
| Lastspitzenbegrenzung | Niedrigere Leistungspreise am Netzanschluss |
| Eigenverbrauchsoptimierung | Mehr selbst genutzter PV- oder BHKW-Strom |
| Marktorientiertes Laden | Nutzung günstiger Börsenpreise |
| Netzanschluss-Management | Einhaltung vereinbarter Anschlussleistung |
| Monitoring & Reporting | Nachweisbare Einsparungen, Energieaudit-Daten |
Abgrenzung zur ISO 50001
Die Norm ISO 50001 beschreibt ein organisatorisches Energiemanagementsystem – Prozesse, Ziele, Audits. Ein technisches EMS wie hier beschrieben liefert die Messdaten und die Regelung dafür, ersetzt die Zertifizierung aber nicht.
Wo wird ein EMS eingesetzt?
Typische Einsatzorte sind Gewerbe- und Industriebetriebe mit Batteriespeicher, landwirtschaftliche Betriebe mit PV- oder Biogasanlage sowie Stadtwerke und Speicherbetreiber, die Speicher am Strommarkt einsetzen.
ANVO Energy nennt sein eigenes EMS intern „Hofvogt“ – mehr dazu auf der Lösungsseite.