Jahresarbeitszahl (JAZ)

Kennzahl für die tatsächliche Effizienz einer Wärmepumpe über ein gesamtes Betriebsjahr.

Was ist die Jahresarbeitszahl?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die zentrale Effizienzkennzahl einer Wärmepumpe im realen Betrieb. Sie gibt an, wie viel Wärmeenergie die Wärmepumpe über ein gesamtes Jahr im Verhältnis zum eingesetzten Strom erzeugt hat.

Berechnung

JAZ = Erzeugte Wärme (kWh) / Aufgenommener Strom (kWh)

Beispiel

Eine Wärmepumpe erzeugt im Jahr 20.000 kWh Wärme und verbraucht dafür 5.000 kWh Strom:

JAZ = 20.000 / 5.000 = 4,0

Das bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme gewonnen – 3 kWh stammen aus der Umwelt.

JAZ vs. COP

KennzahlBeschreibungZeitraum
COPLaborwert unter NormbedingungenMomentaufnahme
JAZRealer BetriebswertGanzes Jahr
SCOPSaisonaler COP nach NormHeizsaison (normiert)

Der COP wird unter standardisierten Laborbedingungen gemessen und liegt typischerweise höher als die JAZ, da reale Betriebsbedingungen (Abtauzyklen, Warmwasserbereitung, Hilfsenergie) berücksichtigt werden müssen.

Typische Jahresarbeitszahlen

WärmepumpentypTypische JAZ
Luft-Wasser2,8 – 3,8
Sole-Wasser (Erdsonde)3,5 – 4,5
Wasser-Wasser (Grundwasser)4,0 – 5,5

Einflussfaktoren

Wärmequellentemperatur

Je höher die Quelltemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Grundwasser (8–12 °C) ist daher effizienter als Außenluft (-10 bis +35 °C).

Vorlauftemperatur

Niedrige Vorlauftemperaturen (Fußbodenheizung: 30–35 °C) ermöglichen höhere JAZ als Radiatorheizungen (55–70 °C).

Gebäudedämmung

Gut gedämmte Gebäude benötigen niedrigere Vorlauftemperaturen und ermöglichen damit höhere JAZ.

Warmwasserbereitung

Die Warmwasserbereitung (55–60 °C) senkt die JAZ gegenüber reinem Heizbetrieb.

Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit

Die JAZ ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeitsberechnung:

JAZStromverbrauch für 20.000 kWh WärmeStromkosten (30 ct/kWh)
3,06.667 kWh2.000 €
4,05.000 kWh1.500 €
5,04.000 kWh1.200 €

Optimierung der JAZ

1. Niedertemperatur-Heizsystem (Fußbodenheizung) installieren

2. Hydraulischen Abgleich durchführen lassen

3. Gebäudedämmung verbessern

4. Wärmepumpe mit Batteriespeicher kombinieren – PV-Strom direkt nutzen statt teuren Netzstrom

5. Warmwasser-Temperatur auf notwendiges Minimum senken (Legionellenschutz beachten)

Förderbedingungen

Für die BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude) muss die Wärmepumpe eine Mindest-JAZ erreichen, die vom Wärmepumpentyp und der Wärmequelle abhängt.