Kapazität (Batteriespeicher)
Technische Kenngröße für die Energiemenge, die ein Batteriespeicher aufnehmen und abgeben kann.
Definition
Die Kapazität eines Batteriespeichers beschreibt die maximale Energiemenge, die das System speichern und wieder abgeben kann. Sie wird in Kilowattstunden (kWh) oder Megawattstunden (MWh) angegeben.
Energie- vs. Leistungskapazität
Die Energiekapazität bestimmt, wie lange ein Speicher liefern kann; die Leistungskapazität bestimmt, wie viel er in jedem Moment liefern kann.
Nennkapazität vs. nutzbare Kapazität
Die Nennkapazität (Bruttokapazität) ist die vom Hersteller spezifizierte Gesamtkapazität der verbauten Zellen. Die nutzbare Kapazität (Nettokapazität) ist der tatsächlich verfügbare Anteil – abhängig von den zulässigen SOC-Grenzen (State of Charge).
→ Siehe auch: Netto- und Brutto-Kapazität
Einflussfaktoren auf die reale Kapazität
Temperatur
- Optimaler Betrieb bei 15–25 °C
- Bei Kälte sinkt die verfügbare Kapazität um bis zu 20%
- Überhitzung beschleunigt die kalendarische Alterung
Lade-/Entladerate (C-Rate)
- Höhere C-Raten reduzieren die entnehmbare Energie durch interne Verluste
- Bei 2C können 5–10% weniger Energie entnommen werden als bei 0,5C
Alterung (Degradation)
- Kapazität nimmt mit jedem Zyklus und über die Zeit ab
- Typisch: 80% Restkapazität nach 5.000–10.000 Zyklen (je nach Zellenchemie und Betrieb)
Kapazität und Wirtschaftlichkeit
Die Kapazität beeinflusst direkt die Wirtschaftlichkeit eines Speichers:
- Arbitrage / Trading: Mehr Kapazität = mehr handelbare Energiemenge pro Zyklus
- Peak Shaving: Kapazität muss ausreichen, um Lastspitzen über die gesamte Dauer abzudecken
- Eigenverbrauch: Kapazität bestimmt, wie viel PV-Überschuss gespeichert werden kann