Redispatch

Eingriff in die Stromerzeugung zur Vermeidung von Netzengpässen durch Abregelung oder Hochfahren von Kraftwerken.

Was ist Redispatch?

Redispatch bezeichnet Eingriffe von Übertragungsnetzbetreibern in die Stromerzeugung, um Netzengpässe zu vermeiden. Dabei werden Kraftwerke auf der einen Seite eines Engpasses heruntergefahren (negatives Redispatch) und auf der anderen Seite hochgefahren (positives Redispatch).

Warum ist Redispatch nötig?

Das deutsche Stromnetz ist nicht überall gleich stark ausgebaut. Wenn im Norden viel Windstrom erzeugt wird, reichen die Leitungen oft nicht aus, um diesen Strom in den Süden zu transportieren. Ohne Redispatch würden die Leitungen überlastet.

Redispatch 2.0

Seit Oktober 2021 gilt in Deutschland Redispatch 2.0:

Neuerungen

Vergütung

Anlagenbetreiber, deren Anlagen abgeregelt werden, erhalten eine Entschädigung für die entgangene Erzeugung.

Kosten für das Stromnetz

JahrKosten (ca.)Status / Anmerkungen
20201,4 Mrd. €Basisjahr vor Einführung von Redispatch 2.0.
20212,3 Mrd. €Anstieg durch beginnende Energiekrise und Systemumstellung im Oktober.
20224,2 Mrd. €Rekordhoch infolge extrem hoher Brennstoffpreise (Ukraine-Krieg).
20232,4 – 3,1 Mrd. €Deutlicher Rückgang durch sinkende Gas- und Kohlepreise.
20241,5 – 2,8 Mrd. €Weitere Entspannung; Schätzungen variieren je nach Berücksichtigung aller Komponenten.
2025Prognose: ca. 2,3 Mrd. €Basierend auf aktuellen Prognosen der Übertragungsnetzbetreiber (Stand 2026).

Diese Kosten werden über die Netzentgelte auf alle Stromverbraucher umgelegt.

Wichtige Entwicklungen

Rolle von Batteriespeichern

Batteriespeicher können aktiv am Redispatch teilnehmen:

Zukünftige Entwicklung

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der verstärkten Elektrifizierung wird Redispatch weiter zunehmen – bis der Netzausbau diese Engpässe beseitigt.