Regelenergie

Kurzfristig abrufbare Energie zur Stabilisierung der Netzfrequenz bei exakt 50 Hz.

Was ist Regelenergie?

Regelenergie (auch Regelleistung) ist die Energie, die Übertragungsnetzbetreiber einsetzen, um kurzfristige Schwankungen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch auszugleichen. Sie hält die Netzfrequenz stabil bei exakt 50 Hz – eine zentrale Voraussetzung für die Versorgungssicherheit.

Die drei Regelenergiearten

Das Regelenergiesystem ist hierarchisch aufgebaut, wobei jede Stufe auf der vorherigen aufbaut:

Primärregelleistung (FCR – Frequency Containment Reserve)

Sekundärregelleistung (aFRR – Automatic Frequency Restoration Reserve)

Minutenreserveleistung (mFRR – Manual Frequency Restoration Reserve)

Marktmechanismus und Vergütung

Anbieter erhalten zwei Vergütungskomponenten:

1. Leistungspreis: Für die Bereitstellung der Kapazität (€/MW)

2. Arbeitspreis: Für die tatsächlich gelieferte Energie (€/MWh)

Durch Pooling in virtuellen Kraftwerken können auch kleinere Anlagen am Regelenergiemarkt teilnehmen.

Batteriespeicher im Regelenergiemarkt

Batteriespeicher sind ideal für die Regelenergie-Bereitstellung:

Präqualifikation

Um Regelenergie anbieten zu können, müssen Anlagen einen Präqualifikationsprozess durchlaufen:

Erlöspotenzial

Der Regelenergiemarkt bietet attraktive Zusatzerlöse für Batteriespeicher, die die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern können – insbesondere in Kombination mit Eigenverbrauchsoptimierung und Arbitrage-Strategien.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen FCR, aFRR und mFRR?

FCR (Primärregelleistung) wird vollautomatisch innerhalb von 30 Sekunden über lokale Frequenzmessung aktiviert und für bis zu 15 Minuten gehalten. aFRR (Sekundärregelleistung) wird zentral vom Übertragungsnetzbetreiber innerhalb von 5 Minuten abgerufen, mFRR (Minutenreserve) manuell innerhalb von 15 Minuten. Je schneller das Produkt reagiert, desto höher ist in der Regel die Vergütung – und desto besser geeignet sind schnelle Batteriespeicher.

Welche Mindestgröße braucht ein Batteriespeicher für die Regelenergievermarktung?

Die Mindestlosgröße an den Ausschreibungen der vier Übertragungsnetzbetreiber liegt bei 1 MW. Kleinere Anlagen können über einen Aggregator oder Direktvermarkter im Pool teilnehmen – damit sind auch Speicher ab etwa 100 kW wirtschaftlich vermarktbar.

Wie hoch sind die Erlöse aus der Regelenergie?

Die Erlöse setzen sich aus Leistungspreis (€/MW vorgehaltene Kapazität) und Arbeitspreis (€/MWh tatsächlich gelieferte Energie) zusammen. FCR erzielt aktuell die höchsten Preise (bis ca. 30 €/MW/h), aFRR mittlere und mFRR die niedrigsten. Konkrete Erlöse hängen von Marktlage, Vermarktungsgebühr und Verfügbarkeit der Anlage ab; eine belastbare Prognose liefert der jeweilige Direktvermarkter.

Welche technischen Voraussetzungen muss ein Speicher erfüllen?

Nötig sind eine bestandene Präqualifikation beim zuständigen Übertragungsnetzbetreiber, eine in Echtzeit fernsteuerbare Anlage (z. B. über die ANVO Kopfsteuerung), eine sichere Datenanbindung mit redundanter Kommunikation sowie ein Direktvermarkter oder eigener Marktzugang über regelleistung.net.

Lässt sich Regelenergie mit anderen Erlösquellen kombinieren (Multi-Use)?

Ja. Batteriespeicher können parallel oder zeitlich gestaffelt für Eigenverbrauchsoptimierung, Arbitrage am Day-Ahead- und Intraday-Markt sowie für Regelenergie eingesetzt werden. Ein intelligentes Energiemanagement priorisiert die jeweils wirtschaftlichste Anwendung und erhöht so die Gesamterlöse deutlich – das ist der Kern des Multi-Use-Betriebs.