Residuallast

Differenz zwischen Stromverbrauch und Erzeugung aus Erneuerbaren.

Was ist Residuallast?

Differenz zwischen Gesamtlast und EE-Erzeugung – muss durch steuerbare Kraftwerke oder Speicher gedeckt werden.

Berechnung

Residuallast = Gesamtlast − Erneuerbare Erzeugung

Extreme Situationen

SituationResiduallast
DunkelflauteSehr hoch (>60 GW)
Sonniger FeiertagNegativ

Rolle von Speichern

Häufige Fragen

Wie wird die Residuallast berechnet?

Residuallast = Gesamtlast im Netz minus Erzeugung aus fluktuierenden Erneuerbaren (Wind und PV, oft ergänzt um Laufwasser und Must-Run-Biomasse). Die Werte werden viertelstundenscharf für jede Regelzone und für Gesamtdeutschland berechnet und über die SMARD-Plattform der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Was bedeutet eine negative Residuallast?

Negative Residuallast bedeutet, dass die Erzeugung aus Wind und Sonne die Gesamtnachfrage übersteigt. Am Markt führt das zu niedrigen oder negativen Börsenpreisen und ist ein starker Anreiz zum Laden von Batteriespeichern bzw. für Abregelungen von EE-Anlagen.

Warum treibt die Residuallast den Börsenpreis?

Der Börsenpreis am Day-Ahead-Markt bildet sich nach dem Merit-Order-Prinzip: Kraftwerke werden nach steigenden Grenzkosten eingesetzt, bis die Residuallast gedeckt ist. Je höher die Residuallast, desto teurere Kraftwerke müssen laufen – desto höher der Preis. Bei niedriger Residuallast bleiben die günstigen Erneuerbaren preissetzend.

Können Batteriespeicher die Residuallast dauerhaft ausgleichen?

Für kurzfristige Schwankungen (Stunden bis 1–2 Tage) sind Batteriespeicher ideal geeignet. Mehrtägige Dunkelflauten mit hoher Residuallast können sie wirtschaftlich nicht überbrücken – hier braucht es Langzeitspeicher wie Power-to-Gas, Wasserstoff oder steuerbare Kraftwerke.

Wo finde ich aktuelle Residuallast-Daten?

Aktuelle und historische Residuallast-Daten werden auf der Plattform SMARD.de der Bundesnetzagentur veröffentlicht – viertelstundenscharf, kostenfrei und als CSV/Excel-Export verfügbar.

Was ist Reststrom und wie unterscheidet er sich von Residuallast?

Reststrom ist die Residuallast hinter dem Zähler: der Anteil des Strombedarfs eines Betriebs oder Haushalts, der nach Abzug der Eigenerzeugung (z. B. PV) noch aus dem Netz bezogen werden muss. Während sich die Residuallast auf das Gesamtnetz bezieht, beschreibt Reststrom die Verbrauchssicht einer einzelnen Anschlussstelle.

Wie stark senkt ein Batteriespeicher den Reststrom-Anteil?

Typische Reststrom-Anteile am Jahresverbrauch: PV ohne Speicher 70–80 %, PV mit Batteriespeicher 30–50 %, PV + Speicher + Wärmepumpe 20–40 %, PV + Speicher + aktives Lastmanagement 15–35 %. Jede vermiedene kWh Reststrom spart 20–35 ct/kWh Bezugskosten – der Kern der Eigenverbrauchsoptimierung.