Zeitwertgarantie
Garantieform, bei der die Erstattung über die Laufzeit linear auf den Zeitwert abgeschrieben wird.
Was ist eine Zeitwertgarantie?
Eine Zeitwertgarantie (auch lineare Restwertgarantie) ist eine Form der Herstellergarantie, bei der der Erstattungsbetrag mit jedem Jahr der Nutzung sinkt – unabhängig vom tatsächlichen Marktwert oder Ersatzpreis.
Beispielrechnung
Ein Batteriespeicher kostet 100.000 € und hat eine Zeitwertgarantie über 10 Jahre. Tritt ein Schaden nach 5 Jahren ein, bekommen Sie nur noch:
```
100.000 € × (10 − 5) / 10 = 50.000 €
```
Obwohl ein Ersatz auf dem Markt deutlich teurer wäre, ist die Erstattung auf den linear abgeschriebenen Zeitwert begrenzt.
Warum problematisch?
- Wertverlust ohne Schuld: Sie verlieren Erstattungsanspruch allein durch Zeitablauf.
- Ersatzteilfalle: Ist das defekte Modul nicht mehr lieferbar, endet die Garantie endgültig mit Auszahlung des (niedrigen) Zeitwerts.
- Kalkulatorisch versteckter Risikotransfer: Das Restrisiko wird unbemerkt vom Hersteller auf den Betreiber verlagert.
Die Alternative: Wiederherstellung statt Auszahlung
Statt einer schrumpfenden Zeitwert-Auszahlung kann eine Garantie auch leistungsbezogen formuliert sein: Der Hersteller verpflichtet sich, im Garantiefall die nutzbare Kapazität des Systems durch physischen Tausch defekter Zellen bzw. Module auf einen definierten Mindestwert (z. B. ≥ 80 % der Nennkapazität) wiederherzustellen – unabhängig davon, wie lange die Garantie schon läuft.
Das ist das Modell, das ANVO seinen Kunden zusichert: Sie erhalten weiterhin einen vollwertig nutzbaren Speicher – nicht eine Restzahlung, die mit jedem Jahr kleiner wird.
Wo das relevant wird
Insbesondere bei kurzen Produktzyklen der Branche kann es passieren, dass ein defektes Rack nach 6–8 Jahren nicht mehr lieferbar ist. Bei Zeitwertgarantie wird dann oft nur ein Bruchteil ausgezahlt – obwohl der Speicher real noch weitgehend funktioniert.
→ Siehe auch: Kapazitätsgarantie · Zyklen-Garantie