Zyklen-Garantie

Garantie auf eine Mindestanzahl an Vollzyklen, die ein Batteriespeicher bei definierter Restkapazität liefert.

Was ist eine Zyklen-Garantie?

Die Zyklen-Garantie ist die zur Kalendergarantie ergänzende Größe einer Kapazitätsgarantie. Sie definiert die Mindestanzahl an Vollzyklen, die der Speicher bis zum Erreichen einer festgelegten Restkapazität (typisch 80 %) liefern muss.

Übliche Formulierung: "20 Jahre oder 10.000 Zyklen – je nachdem, was zuerst eintritt."

Was zählt als „Vollzyklus"?

In der modernen Speicherbranche ist ein Vollzyklus energetisch definiert — als Equivalent Full Cycle (EFC):

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1 Vollzyklus (EFC) = entladene Energie / Nennkapazität

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Es zählt also die Summe der durchgesetzten Energie, nicht die Anzahl der Lade-/Entladevorgänge. Zehn Teilzyklen mit je 10 % DoD = 1 EFC. Zwei Halbzyklen = 1 EFC. Das ist branchenweiter Standard (IEC 61427-2, IEEE 1679) und die Größe, die das BMS in Wattstunden mitloggt.

Die anschauliche Vorstellung „ein Vollzyklus = einmal von 100 % auf 0 % SoC und zurück" ist didaktisch hilfreich, in der Praxis aber nicht relevant: Reale LFP-Speicher fahren wegen BMS-Reserven, SOC-Nutzfenstern und Kalenderschutz nie echte 100→0 %-Zyklen. Maßgeblich für jede Zyklen-Garantie — auch die von ANVO — ist ausschließlich der kumulierte Energiedurchsatz.

Wann ist die Zyklen-Grenze bindend?

AnwendungZyklen/JahrBindende Garantiegrenze
Eigenverbrauch~25020 Jahre (Kalender)
Lastspitzenkappung~300–40020 Jahre (Kalender)
Arbitrage (≤ 2/Tag)≤ 73010.000 Zyklen (~13,7 Jahre)

Bei rund 500 EFC pro Jahr (≈ 1,37/Tag) liegen 10.000-Zyklen- und 20-Jahres-Grenze ungefähr deckungsgleich. Unter 2 EFC/Tag bleibt die volle Zyklen-Garantie erhalten.

Worauf achten?

→ Siehe auch: Kapazitätsgarantie · Zeitwertgarantie · Arbitrage

→ Garantie-Übersicht ANVO vs. Industrie-Standard